ERGEBNISLISTE IRONMAN HAWAII 1985 (Kona)

Historie + Rekorde

Ironman Hawaii 1985

📍 Kailua-Kona (Big Island), Hawaii

Datum 26. Oktober 1985
Finisher Gesamt 965 Athleten
Sieger (Männer) Scott Tinley (USA) – 08:50:54 Std.
Siegerin (Frauen) Joanne Ernst (USA) – 10:25:22 Std.

Offizielle Ergebnisliste: Ironman Hawaii 1985 (Kona)

Die Finisher-Zeiten der Bud Light Ironman Triathlon World Championship am 26. Oktober 1985 in Kailua-Kona.

Platz Stnr. Name Land / Staat AK 🏊 Schwimmen 🚴 Rad 🏃 Lauf Gesamtzeit
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Globale Expansion, der Profi-Boykott und das Debüt von Paula Newby-Fraser

Das Jahr 1985 markierte den internationalen Durchbruch des Ironman-Konzepts. Um der weltweiten Nachfrage gerecht zu werden, vergab Valerie Silk erstmals Lizenzen für Qualifikationsrennen außerhalb der USA. Am 24. März 1985 feierte der Double Brown Ironman New Zealand in Auckland seine Premiere, kurz darauf gefolgt vom Japan Long Distance Triathlon am Lake Biwa.

Der Streit um Preisgelder und der Boykott der Weltklasse

Gleichzeitig ging 1985 als das letzte Jahr ohne Preisgelder in die Geschichtsbücher ein. Valerie Silk vertrat unerbittlich die Philosophie, dass alle Einnahmen ausschließlich in die Organisation fließen sollten. Dies führte zu einem offenen Konflikt mit der Weltspitze: Dave Scott, Mark Allen, Scott Molina, Rob Barel und weitere Stars boykottierten das Rennen auf Hawaii. Sie wählten stattdessen den Triathlon International de Nice an der Côte d’Azur, der nur drei Wochen vor Kona stattfand und mit sagenhaften 75.000 US-Dollar Preisgeld lockte. Einzig Scott Tinley entschied sich für den kräftezehrenden Doppelstart. In Abwesenheit seiner größten Rivalen nutzte er die Gunst der Stunde und feierte in 08:50:54 Stunden einen unangefochtenen Solosieg – seinen zweiten Hawaii-Titel nach 1982.  

Podestplätze für die Alpen-Fraktion und der Aufstieg von Paula Newby-Fraser

Die Abwesenheit der Favoriten öffnete die Türen für neue Gesichter auf dem Podium: Der Schweizer Carl Kupferschmid erkämpfte sich in 09:26:32 Std. den hervorragenden 3. Gesamtrang. Direkt dahinter finishte der Allgäuer Hannes Blaschke in 09:32:15 Std. als bester Deutscher auf Platz 4 (zwei Jahre später sollte er eine renommierte Reiseagentur im Umfeld des Hawaii-Rennens gründen). Der ehemalige deutsche Olympia-Brustschwimmer von 1968, Klaus Barth, überzeugte ebenfalls mit Platz 8 in 09:43:09 Std. Bei den Frauen setzte sich Joanne Ernst in 10:25:22 Stunden durch. Für den geschichtsträchtigsten Moment der Frauenwertung sorgte jedoch eine junge Athletin aus Simbabwe: Paula Newby-Fraser rannte in 10:31:04 Stunden als Drittel erstmals auf das Siegerpodest. Es war der Auftakt einer beispiellosen Karriere, in der sie über die nächsten eineinhalb Jahrzehnte das Frauenrennen mit insgesamt acht Hawaii-Siegen dominieren sollte. Insgesamt erreichten 965 Athleten das Ziel in Kailua-Kona.